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Ruhezeit · Nachziehen · Anschnitt

Fleisch ruhen lassen: wie lange und warum

Ein dünnes Steak ruht 3 bis 4 Minuten, ein Chuletón oder Tomahawk 8 bis 10 Minuten, ein ganzer Rücken 15 bis 20 Minuten. Als Faustregel gilt etwa die Hälfte der Zeit, die das Stück auf dem Feuer lag, höchstens aber 20 Minuten. In dieser Zeit entspannen sich die Fasern, der Saft verteilt sich wieder im ganzen Stück, und die Kerntemperatur steigt noch um 3 bis 5 °C.

  • Faustregel: halbe Garzeit, nie länger als 20 Minuten
  • Locker mit Alufolie abdecken, nicht einwickeln
  • Vor der gewünschten Kerntemperatur vom Feuer nehmen

Die Ruhezeiten auf einen Blick

Stück An der spanischen Theke Ruhezeit
dünnes Steak, dünnes Entrecôte filete, entrecot 3–4 Minuten
Skirt Steak, Kronfleisch entraña 5 Minuten
Ochsenkotelett, Tomahawk chuletón, tomahawk 8–10 Minuten
ganzer Rücken, ganzes Rippenstück lomo entero, costillar 15–20 Minuten

Wer keine Tabelle zur Hand hat, merkt sich: etwa die Hälfte der Zeit, die das Stück auf dem Feuer war. Ein Steak, das acht Minuten gegrillt wurde, ruht also vier. Mehr als 20 Minuten braucht auch das größte Stück nicht.

Was in diesen Minuten geschieht

In der Hitze ziehen sich die Fasern zusammen und drücken den Saft zur Mitte, dorthin, wo das Stück am kühlsten ist. Schneiden Sie in diesem Moment an, läuft der gesammelte Saft auf das Brett. Sie haben dann richtig gegrillt und das Ergebnis auf dem Holz gelassen.

Beim Ruhen lösen sich die Fasern wieder, und der Saft verteilt sich im ganzen Stück. Dasselbe Fleisch, fünf Minuten später angeschnitten, verliert deutlich weniger Saft und schmeckt entsprechend voller. Es sind die billigsten fünf Minuten der ganzen Zubereitung, und sie werden am häufigsten übersprungen, meist aus Ungeduld und weil die Gäste schon am Tisch sitzen.

Warm halten, ohne die Kruste zu verlieren

Die übliche Sorge lautet, das Fleisch werde kalt. Sie ist unbegründet, wenn Sie drei Dinge beachten.

  1. Eine warme Unterlage. Legen Sie das Stück auf ein angewärmtes Brett oder eine angewärmte Platte, nie auf einen kalten Teller aus dem Schrank.
  2. Locker abdecken. Ein Blatt Alufolie lose darüberlegen. Wickeln Sie das Fleisch fest ein, weicht die Kruste im eigenen Dampf auf, und die Arbeit am Rost war umsonst.
  3. Die sanfte Zone nutzen. Haben Sie den Grill mit zwei Zonen angelegt, darf das Stück auch dort ruhen, am Rand der Seite mit wenig Kohle. Wie Sie die Zonen einrichten, steht im Ratgeber Holzkohlegrill anzünden.

Die Rechnung mit dem Nachziehen

Während der Ruhe gewinnt der Kern noch 3 bis 5 °C. Die Garstufe entsteht also nicht auf dem Rost, sondern auf dem Brett. Wer wartet, bis das Thermometer auf dem Grill 57 °C zeigt, isst sein Steak am Ende mit 62 °C, und das ist medium statt medium rare.

Rechnen Sie deshalb rückwärts. Für medium rare, 54–57 °C im Kern, nehmen Sie das Fleisch bei 52 °C vom Feuer. Für medium, 60–63 °C, bei etwa 57 °C. Alle Stufen samt den spanischen Bezeichnungen finden Sie im Ratgeber Garstufen und Kerntemperatur.

Danach: der Anschnitt

Immer quer zur Faser

Sehen Sie nach, in welche Richtung die Fasern laufen, und setzen Sie das Messer im rechten Winkel dazu an. Dasselbe Stück, längs zur Faser geschnitten, kaut sich doppelt so lang. Bei der Entraña mit ihrer groben, gut sichtbaren Faser ist der Unterschied besonders deutlich.

Und nicht zu dünn

Ein Chuletón wird zuerst in einem Zug entlang der Kontur vom Knochen gelöst und dann in Streifen von anderthalb Fingern Breite geschnitten. Hauchdünne Scheiben sehen elegant aus, kühlen aber aus, bevor sie den Mund erreichen, und verlieren ihren Biss. Das gilt für alle kräftigen Stücke, vom Chuletón bis zum Tomahawk.

Stücke, bei denen die Ruhezeit den Unterschied macht

Je dicker das Stück, desto mehr gewinnt es auf dem Brett: das Chuletón und das T-Bone von der Retinto-Kuh, das ganze Filet vom Retinto-Jungrind als Braten. Die Entrecots vom Black Angus zeigen, dass schon drei Minuten genügen.


Fragen zur Ruhezeit

Wie lange muss ein Steak ruhen?

Ein dünnes Steak 3 bis 4 Minuten, ein dickes Stück mit Knochen 8 bis 10 Minuten. Die Faustregel lautet: halb so lange, wie es auf dem Feuer lag, höchstens 20 Minuten.

Wird das Fleisch beim Ruhen nicht kalt?

Nein, im Kern steigt die Temperatur sogar noch um 3 bis 5 °C. Legen Sie das Stück auf ein angewärmtes Brett und decken Sie es locker mit Alufolie ab.

Soll ich das Steak in Alufolie wickeln?

Nicht wickeln, nur lose abdecken. Fest verschlossen entsteht Dampf, und der weicht die Kruste auf.

Muss auch ein Steak aus der Pfanne ruhen?

Ja. Was in den Fasern geschieht, hängt nicht von der Wärmequelle ab. Für ein dünnes Steak aus der Pfanne reichen 3 bis 4 Minuten auf einem warmen Teller.

Warum läuft beim Anschneiden so viel roter Saft aus?

Weil zu früh geschnitten wurde. Die Hitze hat den Saft in die Mitte gedrückt, und er hatte noch keine Zeit, sich wieder zu verteilen. Nach der Ruhezeit bleibt der größte Teil im Fleisch.